Das Vermächtnis Friedrich Wilhelm von Rohdichs

Das Vermächtnis Friedrich Wilhelm von Rohdichs

Der diesjährige Neujahrsempfang stand ganz im Zeichen der Geschichte des Grundstückes Pariser Platz 3. Nach der herzlichen Begrüßung durch den DZ BANK Niederlassungsleiter Peter Gudat, kam Oberst a.D. Peter Utsch, Vorstandsvorsitzender des "von Rohdich´schen Legatenfonds" zu Wort. Herr Utsch nahm die Anwesenden mit auf eine Zeitreise von den Anfängen des Pariser Platzes im 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Auf der großen LED Wand sahen die staunenden Anwesenden, darunter Mitarbeiter und Mieter der DZ BANK sowie Anrainer, wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Geschichte an diesem wichtigen Platz in Berlin spiegelte. Gestaltung und Wandlung, Zerstörung und Grenzposten, Aufbau und neuer Glanz - dieser Platz hat alles erlebt.

Herr Utsch ging insbesondere auf die Historie des Grundstückes der heutigen DZ BANK ein, das einst Friedrich Wilhelm von Rohdich gehörte.

Als im Jahr 1796 der preußische Kriegsminister und General der Infanterie Friedrich Wilhelm von Rohdich verstarb, hinterließ er der Nachwelt in seinem Testament einen außergewöhnlichen letzten Willen: Er vermachte dem 1740 gegründeten Grenadiergarde-Batallion, dem er als Chef einst vorstand, sein Vermögen. Dies bestand im Wesentlichen aus dem Palais "Auf der Dorothenstadt am Quaree", dem heutigen Pariser Platz in Berlin. Fortan wurde das "von Rohdich´sche Legatenhaus" vermietet und mit dem Erlös die Erziehung der Kinder von Batallionsangehörigen finanziert.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete für den Fonds eine bedeutende Zäsur. Zwar bemühten sich Stiftungsvorstand und der Semper talis Bund um eine Fortführung des sozialen Wirkens: Doch 1951 war es zunächst vorbei. Die Stiftung wurde durch die Behörden der DDR aufgelöst und das Vermögen dem Volkseigentum zugeführt.

Die Wiedervereinigung hatte unverhofft neue Voraussetzungen geschaffen und neue Chancen für das Fortbestehen der Stiftung eröffnet. 1993 widerrief das Bundesministerium der Verteidigung die Auflösung der Stiftung von 1951 und übernahm die Stiftungsaufsicht. Ein langwieriges Restitutionsverfahren und ein Verwaltungsgerichtsverfahren in Berlin führten leider nicht zu der erhofften Rückübertragung des gesamten Stiftungsvermögens. Das Bundesministerium der Finanzen setzte seinen Anspruch auf große Teile des Vermögens gerichtlich durch.

Durch den Verkauf des Grundstücks am Pariser Platz 3 an die DG Bank konnte die Stiftung dennoch den Willen des Generals von Rohdich bis zum heutigen Tag fortführen. 

Nach mehr als 220 Jahren ist General von Rohdichs Vermächtnis immer noch ein Segen für deutsche Soldaten. Die aus der testamentarischen Verfügung hervorgegangene Stiftung wirkt heute für das Wohl von unverschuldet in Not geratene Soldaten und zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr und deren nächsten Angehörigen. 

 

Fotos: AXICA/Thomas Rafalzyk

Historische Aufnahmen: von Rohdich´scher Legatenfonds

 

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